Mittwoch, 24. Juni 2009
wieder da!
Es ist schön wieder zuhause zu sein und den Sommer zu genießen.
Wen ich bisher noch nicht gesehen habe, dem werde ich hoffentlich in den nächsten Tagen über den Weg laufen.
In diesem Sinne, bis die Tage
André
Freitag, 19. Juni 2009
Der Abschied: 155 Tage am anderen Ende der Welt
Gestern bin ich wieder in Auckland gelandet und gerade komme ich aus dem Skytower, wo ich beim betrachten des Sonnenuntergangs ein tolles Essen genossen habe. Zusammen mit einem Glas Wein habe ich dort ueber die letzten fast sechs Monate nachgedacht. Heute hatte ich nochmal allerhand zu tun, aber ich musste doch feststellen: das Abenteuer geht zu Ende.
Morgen frueh steige ich in den Flieger nach Seoul und alles ist vorbei.
Das alles fuehlt sich fuer mich aber noch nicht so wirklich real an. Ich kann mir einfach nicht vorstellen am Sonntag wieder in Deutschland zu sein. Es ist fast das gleiche Gefuehl, wie im Januar. Diesmal ist es nur genau andersrum.
Ich koennte hier immer so weiterleben, habe ich zumindest das Gefuehl. Die Welt zu bereisen ist doch eine schoene Beschaeftigung, oder nicht?
Ich schreibe schon seit fast einer Woche an diesen Zeilen und versuche die richtigen Worte zu finden, aber das ist schwerer als ich angenommen hatte... ich glaube es ist wohl jetzt die Zeit gekommen um engueltig sentimental zu werden.
Von Cape Reinga ganz im Norden, bis nach Stewart Island ganz im Sueden war ich fast ueberall in 'Aotearoa', wie die Maori Neuseeland nennen. Ich habe es sogar ueber den 'Graben' bis nach Sydney geschafft, wo ich eine der tollsten Staedte der Welt bewundern durfte.
Eines der tollsten Laender lasse ich jetzt aber hinter mir und hoffe instaendig nochmal in meinem Leben die Chance zu bekommen in dieses Land zu reisen.
Viel habe ich hier unten erlebt: viel Schoenes, Atemberaubendes, Unglaubliches, Faszinierendes, Lustiges und auch Trauriges und Deprimierendes. Ich moechte aber nichts davon missen. Ich habe ganz neue 'Seiten' an mir entdeckt und neue Freunde auf der ganzen Welt gefunden, mit denen ich versuchen werde den Kontakt zu halten.
Ich habe fuer fast zwei Monate auf einem Wingert gearbeitet und jeden Tag genossen, auch wenn die Arbeit manchmal langweilig und eintoenig und auch manchmal nass und eiskalt war. Wir waren dort fast wie eine Familie und die Stimmung bei der Ernte wurde als die Beste seit bestehen des Weinguts beschrieben.
Ich hatte ein Auto, dass mich mehr als 20.000 km durch ganz Neuseeland gefahren hat. Ich habe oft geflucht ueber dieses Auto, aber bis auf ein paar Ausnahmen lief und lief und lief es immer weiter. Es haette ebenso nach einer Woche einen Motorschaden haben koennen, wie ich es von anderen gehoert habe, die dann ein neues Auto kaufen mussten. Mein Auto war eine Schrottkiste vordem Herrn, aber es hat seinen Dienst erfuellt und dafuer bin ich sehr dankbar.
Ich bin hier mit Delfinen geschwommen, habe Wale gesehen. Ich habe einen Vulkan bestiegen, Gletscher bewundert und bin in Milford Sound ordentlich geduscht und an den Rand des Verzweifelns gebracht worden. Ich habe Pinguine in freier Wildbahn gesehen und durfte sogar einen Kiwi streicheln.
Ich habe gelernt mich alleine zurecht zu finden und einfach nur in den Tag hinein zu leben, ohne zu planen oder ueber irgendetwas nachzudenken. Ich werde die 'no worries'-Mentalitaet ('keine Sorgen'-Mentalitaet) hier unten und die uneingeschraenkte Hilfsbereitschaft der Neuseelaender vermissen. Ich werde es vermissen staendig weiter zu ziehen und rastlos zu sein.
Ich werde es aber auch geniessen, wieder ein 'Zuhause' zu haben. Nicht mehr aus dem Rucksack leben zu muessen und ein klein wenig Verantwortung abgeben zu koennen. Ich werde es geniessen, alleine in einem Raum schlafen zu koennen und ich freue mich darauf, wieder vertrauten Personen um mich herum zu haben. Ich freue mich sogar darauf mal wieder einen geregelten Tages- und Wochenablauf zu haben.
Ich hatte hier unten eine klasse Zeit und ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, auch wenn sich vielleicht dadurch nicht alles in meinem Leben zum Positiven gewendet hat.
Ich bin dankbar, dass man mir ueberhaupt die Chance gegeben hat und ich nicht (von allen) als verrueckt abgestempelt wurde, als ich sagte, dass ich gerne ins Ausland gehen moechte.
Ich will hier unten nicht weg, bin aber froh wieder nach Hause zu kommen. Macht das Sinn? Ich finde schon...
Fast zum Schluss moechte ich mich auch noch bei meinen treuen Lesern fuer die (ganz ehrlich) bemerkenswerte Anzahl an Besuchern auf dieser Seite bedanken. Ich haette nicht gedacht, dass es so viele Leute interessiert.
Das war jetzt noch nicht mein letzter Eintrag... also dranbleiben! Es bleibt spannend... oder auch nicht ;)
'And everything is beautiful,
until you take a look around...
so let it go...'
Montag, 15. Juni 2009
The end is Nier...near... 5 days left!
Ha, kleiner Witz in der Ueberschrift... aber bitte nicht allzu viel darueber lachen, mir fiel einfach nichts besseres ein. Danke!
So, das sind also die letzten Tage in Sydney und die letzten Tage hier 'unten'... aber noch ist es ja nicht vorbei und deshalb verkneife ich es mir auch, schon jetzt sentimental zu werden, auch wenn es schwer ist. Das kommt aber noch, keine Angst!
Heute war es endlich mal sonnig, und zwar den ganzen Tag, sodass ich die Gelegenheit genutzt habe um in den Zoo zu gehen. Ja, das musste einfach sein, ich kann ja nicht nach Australien fliegen und dann nach Hause gehen, ohne ein Koala oder sonst was gesehen zu haben. Ich habe mir also den Zoo direkt in Sydney ausgesucht und das tolle daran ist, dass man vom Zoo einen tollen Blick auf Sydney hat. Und dass die Faehre direkt vor dem 'Opera House' vorbei faehrt.
Ich habe also eigentlich wieder das gleiche Fotografiert, aber man kann davon in Sydney einfach nicht genug bekommen.
Ich habe also ein paar neue Bilder hochgeladen, einfach dem Link folgen: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/Sydney%20II/
Freitag, 12. Juni 2009
Impressionen der Blue Mountains
Wer mir sagen kann, wie die Voegel heissen bekommt 100 Gummipunkte! Ja... kein Spass!
Hier der Link zu den Bildern: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/Sydney/Blue%20Mountains%20-%20Katoomba/
Donnerstag, 11. Juni 2009
Blue Mountains
Ich habe mir hier in den letzten Tagen die Zeit mit Wandern und Sightseeing vertrieben, aber morgen geht es wieder zurueck nach Sydney.
Ich kann leider keine Bilder hochladen, aber das werde ich am Freitag nachholen. Hier ist es aber wirklich wunderschoen. Wenn ich in Neuseeland 100 km in Landesinnere fahren wuerde, waere ich an vielen Stellen schon fast wieder an der anderen Kueste. Wenn ich mir aber die Karte von Australien ansehe und mir anschaue, wie ich mit dem Zug gefahren bin, dann kommt es mir vor, als waere ich immernoch an der Kueste. Das Land ist einfach riesig!
Eine Sache faellt hier aber besonders auf und das ist der Muell! Im vergleich zu Deutschland ist es hier zwar immernoch sauber, aber in Neuseeland liegt fast nirgends Muell herum. Jeder raeumt seinen Abfall wieder weg, diese Einstellung schafft man hier leider nicht den Touristen zu vermitteln, was ziemlich schade ist.
Viel gibt es eigentlich nicht zu sagen, aber da mir schon einige Beschwerden zu Ohren gekommen sind, dass ich mich nicht mehr melde, dachte ich mir, dass ich mal wieder einen kurzen Bericht schreibe. Ich will ja meine treuen Leser nicht verlieren.
Morgen gibt es dann wie gesagt auch die Bilder und die sprechen meistens so oder so ihre eigene Sprache.
In diesem Sinne: schaut morgen nochmal vorbei!
noch 9 Tage...
Sonntag, 7. Juni 2009
Bondi Beach und der Löwenbräu Keller - nur noch 13 Tage...
Wenn man den Strand und das Wasser sieht will man nur noch eines: hinein ins kuehle Nass! Wir sind aber hier her gekommen um einen 'Cliffwalk' entlang der Kueste zu machen und das haben wir dann nach einem kurzen Fussbad auch getan. Auf dem Weg entdeckten wir immer neue Buchten mit wunderschoenem, türkisfarbenem Wasser und die Gedanken an einen kurzen 'swim' wurden immer konkreter.
Die Sonne tat ihr uebriges zur Stimmung bei und als wir wieder zurueck am Bondi Beach waren kaufte ich mir kurzerhand eine Badehose und in Sekundenschnelle waren wir im kuehlen Nass!
Nach kurzer Ueberlegung musste ich feststellen, dass es das erste Mal war, dass ich hier unten wirklich 'baden' war (wenn man das schwimmen mit den Delfinen vernachlaessigt). Naja, in Neuseeland war das Wasser auch wirklich um einiges kaelter und hier laesst es sich sehr gut aushalten.
Nachdem wir getrocknet waren haben wir den naechsten Bus wieder in die Stadt genommen und haben den 'Löwenbräu Keller' angesteuert, von dem ich in einer Zeitschrift gelesen habe. Hier gibt es 8 verschiedene deutsche Biere vom Fass und man bekommt von Kassler bis Schnitzel mit Pommes einfach alles, was auf eine deutsche Speisekarte gehoert.
Man glaubt gar nicht, wie gut ein Schnitzel schmecken kann, ganz zu schweigen von einem Massbier. Mit dem Mass waren wir fast schon exoten in diesem Restaurant und die Australier um uns herum haben nur unglaeubig nach unseren Glaesern geschaut.
Als dann auch noch eine Blaskapelle angefangen hat Lieder wie: 'In Muenchen Steht Ein Hofbraeu Haus' und 'Ein Prosit' zu spielen war der Tag entgueltig gerettet.
Am Montag heisst es dann fuer mich Abschied nehmen von Sydney, zumindest fuer ein paar Tage, denn dann werde ich mit dem Zug etwa 100 km ins Landesinnere zu den 'Blue Mountains' fahren. Was mich dort erwartet weiss ich zwar noch nicht genau, aber das werde ich schon rausfinden, wenn ich dort bin. Es soll dort einige tolle Bushwalks geben und die Blue Mountains wurden mir jetzt schon von vielen empfohlen, sodass ich das ja nicht auslassen kann.
In nur 11 Tage geht es fuer mich schon wieder nach Auckland und zwei Tage spaeter ist dann alles auch schon vorbei und ich bin wieder zurueck in 'Good Old Germany'.
Kann jemand bitte etwas Sonne fuer mich bestellen, ein Steak auf den Grill legen und ein paar Bier kalt stellen? Ach ja... Wasser mit VIEL Kohlensaeure auch... bitte, bitte!
Ein paar neue Bilder gibt es unterdessen im Sydney-Album unter dem bekannten Link: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/Sydney/
Freitag, 5. Juni 2009
Queens Birthday
Es gibt unglaublich viel zu entdecken und man kann festhalten, dass Sydney eine echt schoene Stadt ist. Gestern hat es mich dann ins Kino mit der groessten Leinwand der Welt (8 Stockwerke) verschlagen und morgen werde ich mich vielleicht mal an einen der vielen Straende wagen.
Am Montag werde ich dann zum zweiten Mal den Geburtstag der Queen 'feiern' was ich ziemlich lustig finde. Blaues Blut hat wohl mehrere Geburtstage im Jahr. Letzten Montag habe ich noch in Neuseeland gefeiert und jetzt in Australien.
Ich habe mich gestern dann auch mit Johannes wiedergetroffen, den ich auf der Fahrt durchs Northland kennengelernt habe und wir werden jetzt bis Sonntag Sydney unsicher machen, bevor er weiter nach Brisbane fliegt.
Ich habe nochmal ein paar Bilder von Sydney hochgeladen. Diesmal mit etwas weniger Wolken: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/Sydney/
Mittwoch, 3. Juni 2009
Wo bin ich? aaahhhh: 'Welcome to Sydney'
Jetzt bin ich in Australien. Irgendwie kaum zu glauben...
Wenn man, wie ich vom Dorf kommt, oder fast noch schlimmer: 5 Monate in Neuseeland war, dann ist es eigentlich voellig unmoeglich sich in einer solch grossen Stadt zurecht zu finden. Ich habe seit dem ich Deutschland verlassen habe, nicht mehr so viele Hochhaeuser auf einem Fleck gesehen. Auckland wirkt mit seiner Population von 1 Mio Menschen wie eine Kleinstadt im Gegensatz zu Sydney. Wuerde man alle Neuseelaender in eine Stadt verpflanzen, so haette sie die gleiche Einwohnerzahl, wie Sydney: 4 Mio!
Als ich dann endlich mein Hostel gefunden hatte in diesem 'Wirrwarr' von Einbahnstrassen (zum Glueck habe ich kein Auto) wollte ich eigentlich nur noch schlafen. Der Tourist in mir hatte allerdings die Muedigkeit besiegt und nach einer kurzen Pause war ich wieder draussen, in der grossen Stadt.
Wenn man staendig unterwechs ist und immer neue Plaetze kennenlernt, dann dauert es viel laenger, bis man realisiert, wo man ist. Ich musste also von meinem Hostel zum Hafen laufen, um sicher zu gehen, dass ich auch wirklich in Sydney bin. Die Schilder am Flughafen ueberzeugen da nicht wirklich.
Am Hafen erblickte ich dann zunaechst die Sydney Harbour Bridge, aber das hat sich in mir noch nicht nach Sydney angefuehlt. Als ich dann aber weiter um die Ecke gelaufen bin habe ich mich (im Ernst!) erschrocken, als ich ploetzlich das beruehmte Opernhaus gesehen habe.
Ich weiss nicht warum, aber das ist eben das was man von Sydney eigentlich IMMER sieht und als ich dann dort war konnte ich endlich auch begreifen, wo ich war.
Ich habe den ganzen Tag dann am Wasser verbracht und trotz Regen fast immer den Blick auf dieses Gebaeude gehabt.
Aber was erzaehle ich hier gross... seht euch die Bilder an: Ich bin hier... ohne Mist ;)
Hier gehts zu den Bildern: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/Sydney/
Montag, 1. Juni 2009
Northland - Bay Of Islands - Cape Reinga - Kiwi - Bilder online
Endlich mal wieder raus aus Auckland und rein in den Bus... "On the road again"
Mit dem Bus sind wir bei einem 800 Jahre alten riesigen Kauri Baum stehen geblieben und nach fast 5 Stunden waren wir in Paihia, in der Bay Of Islands. Hier haben wir dann eine Bootstour zum "Whole in the Rock" gemacht und eigentlich sollten wir auch Delfine sehen. Leider haben wir aber keine Delfine gesehen, dafuer hat uns aber ein Buckelwal seine Kunststuecke gezeigt.
Es hat auf dem Boot leider nur geregnet, sodass sogar meine Kamera Wasser ins Gehaeuse bekommen hat. Aus diesem Grund konnte ich am naechsten Tag, als es zum Cape Reinga ging leider zunaechst keine Bilder machen. Ich musste erst warten, bis die Kamera getrocknet war.
Es ging morgens mit dem Bus um 7 Uhr los und fast haette ich den Bus verpasst, da wir am Abend zuvor ein wenig gefeiert hatten. Mit dem Bus ging es dann ueber den 104 km langen 90 Mile Beach zum Cape Reinga. Der 90 Mile Beach ist der einzige Highway der Welt, der ueber einen Strand fueht und an dessen Ende befinden sich riesiege Sandduenen.
Auf eine 90m hohe Sandduene ging es dann zu Fuss hoch und auf einem Brett liegend wieder nach unten. Ein riesen Spass, auch wenn man danach voller Sand ist.
Mit den Taschen voller Sand ging es dann zum Cape Reinga, dem noerdlichsten Punkt neuseelands, den man per Strasse erreichen kann. Hier beginnt oder endet der State Highway 1 (SH1), der bis nach Bluff auf der Suedinsel fuehrt, von wo aus man mit der Faehre nach Stewart Island ablegt.
Ich habe also mein Ziel erreicht: Ich habe Neuseeland von Norden bis Sueden komplett durchquert!
Mit dem Bus ging es dann wieder zurueck nach Paihia, wo wir nach 500 km und fast 12 Stunden angekommen sind. Ich bin froh, dass ich diese Tour nicht mit dem eigenen Auto gemacht habe... ich glaube mein Auto haette das nicht ueberlebt.
Heute mittag ging es dann wieder von Paihia nach Auckland und auf dem Weg sind wir in Whangarei stehen geblieben. Dort gibt es ein 'Native Bird Recovery Centre', dass sich um verletzte Voegel aller Art kuemmert. Dort gibt es zum Beispiel einen sprechenden Tui (Video weiter unten) und auch einen Kiwi! Der Kiwi hat leider nur ein Bein und kann deshalb nicht wieder ausgewildert werden, wie es mit 60% der Voegel passiert, die dort aufgenommen werden.
Ich habe also heute endlich einen Kiwi gesehen und wir durften sogar sein Gefieder anfassen, was aussen rau und innen ganz weich ist.
Nun bin ich also wieder in Auckland und werde morgen meine Tasche nochmal neu packen und wiegen, bevor es am Mittwoch morgen ueber 'the ditch' nach Sydney geht.
Donnerstag, 28. Mai 2009
Auto verkauft... diesmal wirklich!
Schande ueber mich... Nachdem die Suedamerikanerin mir eine SMS geschickt hatte, dass sie nicht weiss, wann sie Geld von der Bank bekommen kann entschied ich mich die Geschichte ein fuer alle mal zu beenden... Und dafuer gab es nur einen Weg und dieser fuehrte ueber Grant, den neuseelaendischen Autohaendler.
Ich rief ihn also schweren herzens an, aber er sagt mir, dass sein Kaeufer fuer dieses Auto mittlerweile schon andere Fahrzeuge gekauft hatte und an diesem mittlerweile nicht mehr interessiert sei... so zumindest Grants Version der Geschichte.
Grant kam dann trotzdem vorbei. Er sagte aber gleich: "Wir stehen wieder am Anfang... ich kann dir $300 geben, mehr nicht. Es kostet mich mindestens $300 die Windschutzscheibe auszutauschen, da ich das nicht selbst machen kann. Und dann das ticken im Motor, wenn er kalt ist. Und dann..." usw. Ich habe mich bestimmt 20 min mit ihm ueber das Auto unterhalten, waehrend seine Frau (die heimliche Chefin) in seinem Auto gewartet hat.
Ich habe dann Bedenkzeit erbeten, da ich das nicht einfach so entscheiden wollte. Heute morgen haette ich fast noch $800 bekommen und jetzt sind es nur noch $300. Mit den $500, die er mir gestern noch geboten hat, haette ich mich leichter anfreunden koennen!
Er meinte aber, er koenne mir keine Bedenkzeit geben. Er hielt kurz Ruecksprache mit seiner Frau und die sagte $350 jetzt, oder das wars... Es hat einem Moment gedauert, bis ich die Pro's und Contra's gegeneinander abgewaegt hatte... dann sagte ich aber: "Deal", mit schwerem Herzen und das Auto war verkauft.
Letztendlich kann ich froh sein, dass ich das Auto ohne neuen WOF (Tuev) losgeworden bin. Das haette mich auch nochmal einiges gekostet. Jetzt bin ich die Kiste los und habe eine riesiege Sorge weniger!
Wenn ich das Auto an die Suedamerikanerin verkauft haette, haette ich spaetestens morgen ein schlechtes gewissen gehabt... bei den Reifen... bei den Geraeuschen, die das Lenkrad macht, etc. In 2 Monaten haette sie zum Tuev gemusst und dort haette sie eine boese Ueberraschung erwartet. Aber vielleicht waere das wert gewesen fuer $450 mehr ein schlechtes Gewissen zu haben? Naja... ich vermag das hier jetzt nicht zu beurteilen.
Ich bin zwar nicht zufrieden mit dem Verkauf, aber immerhin erleichtert...
Jetzt kann ich mich voll und ganz auf meine Reise durchs Northland konzentrieren, die ich auch schon gleich gebucht habe.
Eigentlich die naechste Schande... der Touri in mir hat die Ueberhand gewonnen und ich habe mich fuer eines dieser Busunternehmen (das vermeintlich weniger schlimme) entschieden, ueber die wir auf unserer Reise durch Neuseeland immer wieder gelaestert haben, da die Reisenden dort nur ueber ihre ganzen Bungyspruenge, Fallschirmspruenge oder sonst was erzaehlen und keinen Schimmer von Neuseeland zu haben scheinen. Selbstdenken braucht man in diesen Bussen naemlich nicht. Man bekommt alles vor die Nase gestellt. Man muss nur zahlen... achja... kochen muss man noch selbst, das wars dann aber auch.
Ein Fehler ist mir dann auch noch unterlaufen, der fast fatale Folgen gehabt haette... ich dachte die ganze Zeit, dass ich am Dienstag schon nach Sydney fliege und wollte schon fast mein Shuttle zum Flughafen buchen. Zum Glueck ist mir gerade noch aufgefallen, dass Mittwoch der 3. Juni ist und nicht Dienstag... das waere ein Spass gewesen, wenn ich Dienstag morgen um 3 Uhr am Flughafen gestanden haette und 24 Stunden haette warten muessen...
Auto verkauft... oder doch nicht?
Fuer 15 Uhr haben wir uns dann verabredet. Ich hatte also noch etwas mehr als 1 Stunde zeit und deshalb habe ich das Auto nocheinmal schnell durch die Waschstrasse gefahren und meinen Oelstand kontrolliert. Da etwas zu wenig Oel im Auto war habe ich nochmal Oel gekauft und nachgefuellt.
Wieder am Hostel angekommen merke ich, dass ich den Oel-Deckel nicht wieder drauf geschraubt habe und ihn auf dem Weg verloren habe... na toll...
Ich fahre also die Strecke wieder ab, in der Hoffnung den Deckel zu finden, aber nix da... der Deckel ist weg.
Was nun? Ich treffe mich in 10 min mit einer potentiellen Kaeuferin... Ich fahre also zur naechst besten Werkstatt und frage nach einem Deckel. Man verweist mich aber auf ein Autoteilegeschaeft. Dort angekommen sagt man mir, dass man ausgerechnet diesen Deckel nicht auf Lager hat. In 1 min habe ich das Treffen... was tun? Ich entscheide mich fuer einen Deckel, der zwar ins Gewinde passt, allerdings etwas zu lang ist... merkt schon keiner... hoffentlich!
Ich komme schliesslich fast 10 min zu spaet zum Treffen, aber die Suedamerikanerin, um die 30 Jahre, stoert sich nicht weiter dran.
Sie laeuft einmal um das Auto... sieht nicht, dass der linke hintere Reifen total abgefahren ist. Auch die Risse in der Windschutzscheibe scheinen sie nicht zu stoeren... Sie wollte nur kurz den Oelstand ueberpruefen... (zum Glueck habe ich das vorher schon kontrolliert) der neue Deckel faellt ihr nicht auf und sie will eine Probefahrt machen. Komisch nur: Sie will, dass ich fahre... verstehe, wer will. Wir fahren 500 m, dann wollte sie, dass ich kurz fester bremse und dann koenne ich wieder umdrehen. Gesagt getan... ich drehe wieder um und fahre sie zurueck.
Sie sagte, sie sieht sich spaeter noch ein Auto an und sagt mir dann bescheid.
Bange Stunden des wartens beginnen...
Ploetzlich ein Anruf: Grant ist dran... (zur Erinnerung: Grant ist der aeltere Neuseelaender, der mein Auto fuer $350 und spaeter fuer $450 kaufen wollte). Grant sagt, er stehe mal wieder vor meinem Auto und sieht sich die Risse in der Winschutzscheibe an... (ich freue mich riesig... aber nicht weil ich ihm das Auto verkaufen will, sondern weil ich wusste, dass er wiederkommt ;) ) Grant fragt mich, was er denn damals fuer das Auto geboten hatte und ich sage $500... $450 hoert sich ja auch bloed an... Er meint, er wuerde das immernoch bezahlen. Ich sage ihm aber, dass ich gerade nicht in der naehe des Fahrzeugs bin und ihn morgen nochmal anrufe.
Etwas spaeter bekomme ich dann eine SMS von der Suedamerikanerin und sie schreibt, dass sie mein Auto besser findet als das andere und sie wuerde es fuer $800 kaufen. Ich schreibe sofort zureuck: "DEAL, fuer $800 gehoert es dir!"
Wir verabreden uns fuer den naechsten morgen, da sie unbedingt aus Auckland raus will.
Ich warte also ab 8:30 Uhr an der Tankstelle wo wir uns verabredet haben, nachdem ich das Auto schon 15 min warm gefahren habe, damit das Ticken im Moto aufhoert...
Mittlerweile ist es 8:50 Uhr und sie ist immernoch nicht da... mein Handy "piepst"... Sie schreibt, dass sie ein Problem mit der Bank hat uns dass sie sich spaeter melden wird. Was nun...?
Ich hoffe nur, dass sie sich auch spaeter melden wird und dann das Geld dabei hat... ich hatte mich schon darauf gefreut, morgen aus Auckland weg zu kommen und nochmal fuer 3 Tage das Northland (ueber Auckland) erkunden zu koennen, bevor es nach Sydney geht... das scheint jetzt alles wieder gefaehrdet. Aber was solls... es war ja eigentlich klar, dass es nie nach Plan laufen kann... Also warte ich weiter... heute hat sie noch Zeit, ansonsten rufe ich Grant an und er bekommt das Auto fuer $500...
Montag, 25. Mai 2009
Worum geht es eigentlich? Nur noch 9 Tage Neuseeland...
Endlich... am Sonntag war ich Floorball spielen! Ich kann garnicht sagen, wie gut das getan hat! Seit fast fuenf Monaten mal wieder den Schlaeger in der Hand zu halten und dem Ball hinterher zu jagen... traumhaft.
In Auckland wird erst seit einem knappen Jahr Floorball gespielt und man hat sich sehr gefreut, dass ich dort war. Auch wenn naechste Woche leider das Training ausfaellt, sodass es ein einmaliges Vergnuegen war, hat es doch ordentlich spass gemacht.
Abgesehen davon bin ich unzaehlige Male durch die Innenstadt geschlendert und kenne mittlerweile jeden Shop an der Hauptstrasse in Auckland, der Queen Street.
Ich verteibe mir viel die Zeit mit lesen, da der Backpacker keinen TV hat, was aber garnicht stoert im Moment. Ich hoffe einfach, dass irgendwann ein erloesender Anruf kommt und mir jemand das Auto abkaufen will. Ich glaube zwar, dass das ein Traum bleiben wird, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt ($5 ins Phrasenschwein... ich weiss!).
Vielleicht sollte ich einfach Grant, den aelteren Neuseelaender anrufen und ihm sagen, dass er das Auto fuer $450 haben kann, wenn er es ueberhaupt noch will. Aber um diesen Schritt zu gehen bin ich in dieser Hinsicht einfach noch nicht verzweifelt genug, schliesslich habe ich noch eine Woche, bis das Auto den Besitzer gewechselt haben muss.
Naja, und da mich mein Stolz und meine Hoffnung noch zurueckhaelt das Auto zu solch einem niedrigen Preis zu verkaufen haenge ich eben immer weiter in Auckland herum.
Neben Kinobesuchen und Stadtsparziergaengen entdeckt man dann auch, dass diese Stadt auch schoene Seite hat. Es gibt wirklich unglaublich viele Parks in denen die Voegel versuchen das brummen der Motoren mit ihrem gezwitscher zu uebertoenen (naja, sie versuchen es wenigstens...). 'Untermalen' oder 'ertraeglicher machen' trifft es wohl eher.
Warum ich das alles schreibe? Frage ich mich auch gerade... eigentlich wollte ich nur eine Einleitung dazu finden, dass ich ein paar Bilder hochgeladen habe. Diese Bilder sind in keiner bestimmten Order und haben auch nicht unbedingt etwas miteinander zu tun. Ich habe einfach ein paar, meiner Meinung nach, schoene Bilder hochgeladen. Also... viel Spass beim durchklicken:
http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/New%20Zealand/random%20I/
Samstag, 23. Mai 2009
allein in Auckland...
Jetzt gilt es nur noch das Auto an den Mann oder die Frau zu bringen und dann evt. nochmal einen Bus in richtung Norden zu nehmen.
In 11 Tagen sitze ich dann im Flieger nach Australien, wo dann ein neues Abenteuer auf mich wartet, was ich bisher absolut nicht einschaetzen kann. Ich weiss nicht, was mich erwartet und ich weiss nicht, was ich machen kann/sollte. Aber eigentlich war es genauso mit Neuseeland und ich finde ich habe das auch ganz gut gemeistert.
Wenn alles klappt, dann kann ich mir morgen die Zeit mit Floorball spielen vertreiben. Ich habe den Floorball Club hier in Auckland angeschrieben und man hat mich sofort zum Training eingeladen... jetzt muss ich nur noch den richtigen Zug finden und das ist hier in Neuseeland nicht ganz so einfach wie in Deutschland....
Mittwoch, 20. Mai 2009
Auckland und der Versuch Schrott an den Mann zu bringen...
Seit 3 Tagen bin ich nun schon in Auckland und der Autoverkauf nimmt langsam konkretere Fromen an, auch wenn nicht ganz so wie erhofft.
Gestern morgen bekam ich ploetzlich einen Anruf. Ein Mann, mitte 60 steht vor meinem Backpacker und hat gelesen, dass ich mein Auto verkaufen will.
Er laeuft um das Auto, hoert sich den Motor an und findet so einiges, warum er das Auto nicht kaufen wuerde. Ausserdem sagt er, dass er definitiv eine neue Windschutzscheibe einbauen muesste, da ich so nicht durch den neuseelaendischen Tuev kommen wuerde.
Ich frage mich aber, warum das Auto dann im Januar durch den Tuev gekommen ist, wo die gleichen Steinschlaege in der Scheibe waren... ausserdem ist er auf meinen voellig abgefahrenen linken Hinterreifen aufmerksam geworden, der mir aber auch so einige Sorgen bereitet.
Er fragt mich dann, was ich denn fuer das Auto haben will. Ich ueberschlage schnell im Kopf... ich habe es fuer $1400 ins Internet gestellt... das ist aber unrealistisch, dass weiss ich selbst, habe ich es doch fuer $1100 gekauft... ich sage also schnell $1200, wo mir aber klar gewesen ist, dass er diesen Preis nie bezahlen wird und das auch dieser Preis voellig utopisch ist.
Er sagt, die Kiste sei nicht mehr wie $300 wert und bietet mir dann am Ende $350 an. Ich sage ihm aber, dass ich ihn zu diesem Preis nicht verkaufen kann und er zeiht von dannen.
Am naechsten Tag steht er wieder vor der Tuer und sagt, er habe jemanden, der mein Auto eventuell kaufen moechte. Allerdings will er das Auto erst fuer den anderen probefahren.
Bei der Probefahrt stellt Grant dann fest, dass sich das Auto ganz gut faehrt und dass das Ticken des Motors auch nach kurzer Zeit aufhoert und bietet mir $450... merkwuerdig, gestern war das Auto nur $300 wert ;)
Ich sagte ihm aber, dass ich unter keinen Umstaenden unter $750 verkaufen werde. Er wollte schlussendlich, dass ich mir seine Nummer notiere und ich bin mir ziemlich sicher, dass er bald wieder vor meiner Tuer steht und einen neuen Preis fuer mich hat... Ich fange schon mal an, meine Daumen zu druecken.
Eigentlich will ich dieses Auto einfach nur loswerden und haette ich nicht noch 2 Wochen zeit, dann haette ich es ihm fuer $450 gegeben... aber vielleicht findet sich ja noch jemand.
Seit heute sind wir uebrigens nur noch zu zweit, da Andrea die reise zurueck nach Cromwell in Central Otago angetreten hat. James und ich werden uns jetzt noch bis Samstag die Zeit in Auckland vertreiben, ehe er nach England fliegt. Was danach fuer mich kommt ist voellig offen, ich habe keine Plan... aber das ist hier unten ja bisher immer so gewesen!
Die Bilder vom letzten Eintrag sind hochgeladen! Einfach auf den Link im letzten Post klicken ;)
Montag, 18. Mai 2009
Taupo, stinkende Loecher, Coromandel, Auckland!
In Napier haben wir zunaechst ein englisches Paerchen (Toby und Jenny) durch Zufall wiedergetroffen, das wir schon in Greymouth getroffen hatten. Wir waren auch durch zufall im selben Hostel und wollten uns dann auch in Taupo wiedertreffen.
Gesagt getan: wir waren alle zusammen in Taupo im gleichen Backpacker. In Taupo haben wir dann aber nicht wirklich viel gemacht und wir waren auch recht enttaeuscht, nachdem uns Napier so gut gefallen hatte.
Leider war uns auch immer der Blick auf den "Schicksalsberg" aus Herr der Ringe durch Wolken versperrt. Eigentlich wollte ich eine kleine Wanderung dort machen, aber daran war bei diesen Wolken nicht zu denken.
In Taupo haben wir dann aber einen klasse Weinshop entdeckt und am naechsten Tag war dort ein Winetasting mit 248 verschiedenen Rotweinen aus aller Welt, obwohl die neuseelaendischen Weine trotzdem in der Ueberzahl waren. Fuer $20 konnten wir so viele Weine probieren, wie es uns in 1,5 Stunden moeglich war. Wir haben zwar nur 20 proben (Proben!, keine vollen Glaeser ;) ) geschafft, aber am Ende konnte sich jeder so viel Wein mitnehmen, wie er tragen konnte.
Von Taupo sind wir dann am naechsten Tag richtung Coromandel aufgebrochen, wo wir Toby und Jenny wiedertreffen wollten. Auf dem Weg sind wir dann beim Waiotapu Thermal Wonderland vorbei gefahren und haben uns brodelnden Schlamm, dampfende Loecher und bunte Seen angeschaut. Klingt vielleicht nicht sehr aufregend, war es aber.
Wer einen kleinen Eindruck davon bekommen moechte moege diesem Link folgen.
Von dort aus ging es dann weiter auf die Coromandel Halbinsel, die auf der Karte westlich von Auckland zu finden ist. Da wir nicht sicher waren, ob wir wirklich im Ferienhaus, das Bekannten von Toby gehoert uebernachten koennen haben wir uns fuer die erste Nacht in ein Hostel einquartiert. Am naechsten Tag sind wir dann aber in das Ferienhaus gezogen und sind mit den Beiden zu einem tollen Strand namens Cathedral Cove gefahren gefahren und haben das tolle Wetter genossen. Es ist wirklich bemerkenswert, wieviel waermer es hier oben ist.
Seit heute mittag sind wir jetzt also wieder zu dritt und befinden uns in Auckland, wo ich jetzt versuchen werde mein Auto zu verkaufen.
Neue Bilder gibt es hier: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/New%20Zealand/von%20Napier%20bis%20Coromandel/
Bisher leider nur 2 Bilder, da irgendwas mit dem Computer nicht stimmt... wird in den naechsten tagen mehr!
Sonntag, 10. Mai 2009
Von Nelson bis nach Napier
In Nelson haben wir zunaechst noch zwei Weinberge besucht, ehe es nach Renwick, nahe Blenheim ging.
Auch in Renwick haben wir einige Weine der Region probiert und danach wollten wir uns eigentlich trennen, da James und Andrea nach Sueden wollten und ich auf die Nordinsel wollte.
Wir haben uns dann aber dazu entschieden, dass James den Bus nach Sueden (Christchurch) nimmt und in zwei Tagen wollten wir uns dann wieder treffen, um gemeinsam auf die Nordinsel zu schippern.
Waehrend James in Christchurch war sind Andrea und ich nach Hanmer Springs gefahren, wo wir in den heissen Quellen relaxt haben.
Wir haben uns dann alle in Picton wiedergetroffen, wo wir gemeinsam die Faehre zur Nordinsel genommen haben.
Von der Faehre haben wir sogar Delfine sehen koennen! Als wir dann allerdings in Wellington auf der Nordinsel angekommen sind hat es geregnet, wie nie zuvor (Milford Sound ausgenommen!!!).
Da wir nicht in Wellington bleiben wollten sind wir nur ins Nationalmuseum gegangen und sind dann weiter nach Palmerston North gefahren, wo wir dann eine Nacht verbracht haben. Da es dort aber absolut nicht zu tun gibt sind wir dann gestern weiter nach Napier gefahren.
Napier ist komplett im Style der 30er Jahre erbaut worden, nachdem es 1931 komplett von einem Erdbeben zerstoert wurde und es ist echt schoen hier.
Napier liegt in der Hawke's Bay, eine weitere Weinregion neuseelands und deshalb haben wir hier dann heute eine Fahrrad Weintour gemacht. In 35 km haben wir 4 Weingueter und eine Brauerei besucht.
Wir bleiben jetzt noch eine weitere Nacht in Napier, bevor wir weiter nach Taupo fahren. Bis zum 19. Mai muessen wir es dann bis Auckland geschafft haben, da Andrea einen Flug nach Christchurch bekommen will. Sie geht zurueck zu Felton Road um dort noch ein paar Wochen zu arbeiten. James fliegt zurueck in die UK am 23. Mai, sodass "the band" spaetestens dann getrennt wird...
Mittwoch, 6. Mai 2009
Bilder von Milford und der West Coast online!
Milford Sound: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/New%20Zealand/Milford%20Sound/
West Coast: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/New%20Zealand/West%20Coast/
Mittlerweile bin ich wieder an der Ostkueste, nachdem wir in Nelson und Blenheim ein paar Weinberge besucht haben.
Ausserdem war ich in Hanmer Springs und habe dort in den Thermalbaedern relaxt, ehe es jetzt hoffentlich in den naechsten Tagen auf die Nordinsel geht.
Im Moment haengt alles an James, der fuer einen Tag nach Christchurch gefahren ist, um etwas abzuholen. Bis jetzt ist er aber noch nicht zurueck, sodass wir mehr oder weniger in Kaikoura festhaengen.
Sonntag, 3. Mai 2009
West Coast

Montag, 27. April 2009
Milford Sound... oder besser: der schlimmste Tag meines Lebens...
Da nur eine Strasse nach Milford fuehrt und es nur einen groesseren Ort gibt, wo man realistische Chancen auf eine Unterkunft hat haben wir uns auch dort eingenistet. Von diesem Ort - Te Anau - haben wir uns dann auch am Montag schon um 7:30 Uhr auf den Weg gemacht. Wir mussten vorher auch noch tanken, da es in auf den ganzen 120 km nach Milford und in Milford keine Tankstelle, oder sont etwas gibt.
Zuvor hatten wir nur unaufmerksam den Wetterbericht verfolgt, der davor gewarnt hatte, dass Unwetter erwartet werden.
In Te Anau hat es aber am Morgen nur wenig geregnet und da wir auch schon gebucht hatten haben wir uns voller Vorfreude auf den Weg nach Milford gemacht. Schliesslich heisst es ja auch, dass der Regen das ist, was Milford Sound ausmacht.
Um so naeher wir dem Sound kamen, um so heftiger wurden die Regenfaelle. Es ist zwar bekannt, dass Milford Sound etwa 7 Meter Regen im Jahr abbekommt, aber man hatte das Gefuehl diese 7 m wollten alle an einem Tag auf uns herunter regnen.
Ich war zunaechst ueberrascht, wie gut das Wasser abgeflossen ist und das noch keine Strassen ueberflutet waren, da von allen Bergen um uns herum tausende Wasserfaelle nach unten stuerzten, die laut Andrea (sie war schon einmal im Sound), sonst nicht dort waren.
Vor dem einspurigen Homer Tunnel, der in den 50er Jahren erbaut wurde, mussten wir dann zum ersten mal anhalten und wir konnten die vielen Wasserfaelle bestaunen. Es war allerdings unmoeglich aus dem Auto auszusteigen, da man in Minutenschnelle klitschnass war.
Im schlechtbeleuchteten Tunnel warteten dann riesiege Schlaglocher auf uns. Der Tunnel ist nicht annaehernd so, wie man sich einen Autotunnel in Europa vorstellt. Im Prinzip ist es nur ein Loch im Berg. Keine Wandverkleidung, keine Notausgaenge und nur sehr spaerlich beleuchtet. Es "regnet" sogar in diesem Tunnel! Es sieht im Grunde so aus, als seien die Arbeiter in der Mittagspause und der Tunnel sei noch nicht annaehernd fertiggestellt.
Als wir aus dem Tunnel draussen waren ging es wieder abwaerts und vor uns war die Strasse ueberflutet und es hatte faustgrosse Steine auf die Strasse gespuehlt. Hier haetten wir wohl besser umgedreht, aber wir hatten ja gebucht und die anderen sind auch durch gefahren.
Das Auto vor uns hat sich bei dem Manoever ein Teil am Unterboden abgerissen und wir hielten an um ihnen meinen Wagenheber zu leihen, um das Teil wieder provisorisch zu befestigen.
Danach ging es weiter zum Boots-Terminal in Milford. Was auch so ziemlich das einzigste ist, was es in Milford gibt.
Dort angekommen hat man uns mitgeteilt, dass unser gebuchtes Boot nicht auslaufen wuerde und man hatte uns auf ein anderes Boot umgebucht und uns dafuer einen Buffet-Gutschein gegeben. Es war allerdings auch nicht sicher, ob dieses Boot auslaufen wuerde, da immernoch ein Boot im Sound war, was nicht wieder zurueck in den Hafen konnte, aufgrund des heftigen Sturms.
Nach einer knappen Stunde warten, teilte man uns mit, dass heute womoeglich kein Boot mehr auslaufen wuerde. Wir koennten aber an Bord gehen, um uns etwas zu Essen vom Buffet zu holen. Danach wuerden wir dann aber trotzdem den vollen Preis erstattet bekommen.
Also haben wir uns Essen geholt und wollten danach zurueck fahren.
Da die Scheibenwischer schon auf dem Hinweg immer langsamer wurden und schon in voller Geschwindigkeit nicht mit dem ganzen Wasser zurecht kamen, hatten wir schon etwas sorgen, was den Rueckweg anbelangt, aber was sollten wir tun? Wir mussten ja irgendwie zurueck, das Wetter wuerde heute nicht mehr besser werden!
Wieder im Auto waren die Scheibenwischer (oh wunder) immernoch langsam und wurden von Minute zu Minute langsamer. Nach knapp 10 km mussten wir dann anhalten, weil die Strasse jetzt an der Stelle gesperrt war, wo sie zuvor ueberschwemmt wurde. Als das Auto langsamer wurde ging es dann auch einfach aus... James und ich sind dann ausgestiegen um es wenigstens an den Strassenrand zu schieben. Aber was nun?
James machte sich auf, um einen Bauarbeiter um Rat zu fragen, kam aber ohne Ergebnisse zurueck. Ein netter Herr nahm ihn dann aber mit zurueck nach Milford um Hilfe zu suchen, aber auch dies blieb erfolglos. Inzwischen war eine Stunde vergangen und die Strasse war wieder frei gegeben. Wir fuellten etwas Oel nach, da es so aussah, als haetten wir kein Oel mehr und siehe da, ploetzlich lief das Auto wieder!
Es brachte uns weitere 3 km, bis wir vor dem Tunnel wieder anhalten mussten und es daraufhin wieder aus ging. Als die Ampel fuer den Tunnel gruen wurde bemerkte uns ein netter Kiwi, names Wayne, von der Nordinsel, der zusammen mit seiner Frau unterwegs war. Er gab uns dann Starthilfe und fuer im Tunnel vorne weg, da wir kein Licht hatten und die Scheibenwischer folglich auch kaum liefen. Zum Glueck erst nach dem Tunnel ging das Auto gerade wieder aus, was Wayne zum Glueck gleich bemerkte und umkehrte. Er gab uns erneut Starthilfe, was uns aber diesmal nur 100 m weiter brachte.
Daraufhin kam ein Bauarbeiter und meinte, dass wir das Auto hier auf keinen Fall in der Kurve stehen lassen koennten, was recht unfreundlich, aber verstaendlich war. Wir versuchten es nochmal mit Strathilfe, was aber diesmal nichts mehr brachte. Wayne hatte dann die gloreiche Idee, dass wir einfach bis nach unten ins Tal rollen sollten. Meine Anmerkung, dass die Scheibenwischer aber auch nicht funktionieren wuerden wurde mehr oder weniger von allen Beteiligten im Trubel ueberhoert und auch ich hatte den Gedanken verworfen, da mir die nicht funktionierenden Bremsen (wenn das Auto aus ist) wichtiger erschienen. Wayne meinte aber, ich muesse nur fester druecken und ausserdem haette ich ja noch die Handbremse! Woraufhin alle davon ueberzeugt waren, dass wir es wagen sollten. James musste uns dann kurz anschieben, ehe wir den Berg hinunter rollten, ohne irgendwas aufgrunde von angelaufenen Scheiben und nicht funktionierenden Scheibenwischern zu sehen... Die Stecke war verstaendlicherweise sehr kurvig und ich habe uns schon gegen den naechsten Felsen knallen gesehen. James hing mit seinem Kopf hinten aus dem Fenster und versuchte Komandos zu geben, was ich aber nicht wirklich wahrgenommen habe. Andrea sass neben mir, hielt sich die Augen zu und fing fast an zu heulen. Ich habe versucht mich an dem Mittelstreifen zu orientieren und moeglichst nicht allzu schnell zu werden.
Ich weiss nicht, wie lange es gedauert hat, aber irgendwann hatte ich uns dann heil ins Tal gebracht, ohne in den Gegenverkehr zu geraten und mir ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Wayne bot uns dann an, uns mit ins 100 km entfernte Te Anau zu nehmen, was wir natuerlich dankend angenommen haben. Wir waren alle nass bis auf die Knochen, so viel Regen hat noch niemand von uns gesehen. Ich darf Andrea mit den Worten zitieren: "Ich komme aus Seattle, dort regnet es viel, aber sowas habe ich noch nie gesehen"!
Nach ueber einer Stunde fahrt hat Wayne uns dann durch ganz Te Anau gefahren, um die moeglichst guenstigste Batterie fuer mein Auto zu finden. Und schliesslich hat er uns noch bis vor die Tuer unserer Cabin gebracht.
Es war klar, dass wir es jetzt nicht mehr bis zum Auto schaffen wuerden, also beschlossen wir, am naechsten morgen jemanden zu finden, der uns mit nach Milford nimmt, damit wir die neue Batterie einbauen konnten.
Die Suche nach einer kostenlosen Mitfahrgelegenheit blieb am naechsten Morgen aber erfolglos, sodass James und ich uns entschlossen mit dem Bus zum Auto zu fahren. Der Busfahrer hatte auch Werkzeug fuer uns, was die Sache erleichterte.
Er erzaehlte uns dann auch, dass gestern 484 mm (!!!) Regen in Milford gefallen sei und dass 120 Leute, die den Milford Track wanderten mit dem Helikopter ausgeflogen werden mussten. (Zum vergleich: die durchschnittliche jaehrliche Niederschlagsmenge in der Wetterau liegt bei 600 mm!)
Am Auto angekommen hat uns der Busfahrer dann auch die Batterie gewechselt und wir konnten endlich starten. Die Batterie mussten wir mit Gummibaendern befestigen, da sie, wenn auch fuer das Auto bestimmt, nicht passte. Mehr sorgen bereitete mir aber der viel weisse Rauch, der jetzt aus dem Auspuff kam. Dieser verschwand aber zum Glueck nach wenigen Minute. Wir wollten jetzt nur noch raus aus Milford, raus aus Te Anau. Dort holten wir dann auch Andrea und unser Gepaeck ab. Wir wollten uns dann auf den Weg nach Wanaka machen, von wo aus wir dann zur Westkueste wollten. Einen Zwischenstopp wollten wir dann aber noch in Cromwell einlegen, um noch ein paar Flaschen Felton Road Wein einzukaufen.
Als wir dann aber 6 km vor Cromwell abbiegen wollten, um die Flaschen zu kaufen ging das Auto wieder aus! Jetzt war klar, es war nicht die Batterie, sondern womoeglich die Lichtmaschine. Das positive an der Situation war allerdings, dass wir diesmal nicht im Regen, sondern in der Sonne standen und dass wir ja noch Bekannte in Cromwell hatten.
Diese Bekannten hatten wir dann angerufen, allerdings haben die noch gearbeitet und wir wollten nicht noch die Abschleppkosten bezahlen. Wir warteten dann 2 Stunden auf Hilfe, bis wir dann von Fabien abgeschleppt wurden, der uns zu einer Werkstatt gebracht hat, wo das Auto jetzt hoffentlich wieder fit gemacht wird.
Somit sitzen wir jetzt alle wieder in Cromwell fest... irgendwie aber auch eine lustige Geschichte. Jeder kann von Milford Sound erzaehlen: Es war so toll, es war so schoen. Aber wir koennen sagen: THIS WAS INSANE!
Die Bilder werde ich in den naechsten Tagen online stellen, wenn alle meine Sachen wieder getrocknet sind...
Sonntag, 26. April 2009
aus und vorbei...
Am Mittwoch wurde zunaechst noch 1.5 Stunden gearbeitet, bis der traditionell letzte Block (Block I, Riesling) geerntet war. Ueber 32 Hektar waren dann gegen 12 Uhr in ca. 3 Wochen gelesen.
Gekroehnt wurde das ganze dann mit einem Festmahl, gekocht von Nigel Greening, dem Besitzer von Felton Road. Natuerlich durfte auch der Wein an diesem Tag nicht fehlen, so hatten wir zum Beispiel die Gelegenheit den Premium Pinot Noir von Block 3 und Block 5 zu probieren.
Nach dem Essen kam es dann zur Auswertung des Bart-Wettkampfs. Aber ich bin nicht zum "Wanna Be Man" (Moechtegern Mann) mit dem wenigsten Bartwuchs gewaehlt worden, auch wenn es sichtlich knapp war... Bei den Damen wurden die Kopfbedeckungen praemiert.
Nachdem der Wein langsam zur Neige ging zogen die Meisten weiter in eine nahegelegene Bar.
Dieser Ausflug fuehrte uns nach Wanaka, wo wir von Nigel in seinem Haus (oder besser Villa?!?) empfangen wurden und mit einem Jetboat in den Mt Aspiring National Park gefahren sind (Hier gibt es ein Jetboat-Video).
Am Freitag stand dann noch eine Kostuemparty an, wonach sich die Wege der meisten trennen sollten.
So kommt es, dass ich heute schon wieder aus Queenstown schreibe, allerdings befinde ich mich nur auf der Durchreise und schon heute abend werde ich hoffentlich in Te Anau sein, um dann morgen frueh mit meinen beiden Gefaehrten (Andrea und James) nach Milford Sound aufbrechen zu koennen.
Es ist sehr schade, Felton Road zu verlassen. Es hat sehr viel Spass gemacht und ich habe keine Lust wieder aus dem Rucksack zu leben und mein Zimmer mit 5 anderen teilen zu muessen, wo ich doch in Cromwell den Luxus eines Einzelzimmers geniessen konnte. Aber ich bin mir sicher, dass diese akkute Unlust verschwindet, sobald ich wieder "On The Road" bin.
Ich habe ein paar Bilder vom letzten Erntetag hochgeladen: http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/New%20Zealand/Harvest%20Party/
Sonntag, 19. April 2009
Lord Of The Drinks - Paradise - Wanaka Glacier Walk (die Zweite)
Aber alles der Reihe nach...
Am Karfreitag habe ich eine Wanderung in der Naehe von Glenorchy gemacht. Dort wurden viele Szene in "Lord Of The Rings" gedreht, auch wenn ich diese Drehorte nie erkennen wuerde.
Ich war mit Martin - einem Schweden - auf dem Track rund um den Lake Sylvian. Schon auf dem Weg dort hin musste wir mehrmal anhalten um Bilder von den atemberaubenden Gebirgspanoramen zu machen.
Wir hatten an diesem Abend auch beschlossen, am Montag etwas sinnvolles zu machen.
Schliesslich hatten wir uns dann dazu entschlossen den Rob Roy Glacier-Walk im Mt Aspiring Nationalpark zu machen (der aufmerksame Leser wird bemerken, dass ich diesen schon einmal gelaufen bin). Es ging also wieder mit dem Auto durch diverse kleine Fluesse, bis wir schliesslich zusammen mit Johannes, einem anderen deutschen, am Ziel waren.
Es war es auf alle Faelle wert, nocheinmal zum Glaetscher zu wandern. Es ist einfach atemberaubend dort zu stehen und den Wassermassen zu zu sehen, wie sie nach unten stuerzen.
Der Plan sieht im Moment so aus, dass ich am Freitag zusammen mit Andrea (aus Seattle, Washington, USA) nach Milford Sound aufbreche und wie gesagt danach mit ihr ueber die Westekuste der Suedinsel, uber die Ostkueste der Nordinsel, bis nach Auckland fahre... wenn das Auto das aushaelt und wenn sich die Plaene nicht wieder aendern. Das ist ja durchaus moeglich, da ich ja bisher immer noch nicht beim Mt Cook war... aber sei es drum.
Ich sage PROST, CHEERS oder was auch immer... bis zum naechsten Mal, wenn ich wieder Zeit zum schreiben finde!
Die Bilder von der Traubenlese gibt es unter diesem Link:
http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/New%20Zealand/Harvest%20Felton%20Road/
Und die Bilder von Glenorchy und der Glaetscherwanderung kann man hier bewundern:
http://s416.photobucket.com/albums/pp247/mischbrot/New%20Zealand/Glenorchy%20und%20Glacier%20again/