Sonntag, 3. Mai 2009

West Coast

Das Auto ist wieder fit! Zum Glueck!
Hatte mir der Mechnaniker zu Beginn noch vorgerechnet, dass die Reparatur bis zu $1.000 kosten kann, sind es am Ende nur $139 geworden.

Man wollten irgendetwas am Motor machen, da seit Milford weisser Rauch aus meinem Auspuff kommt, so dass es aussah, als kaeme gleich eine Rockband auf die Buehne. Der Rauch verschwand aber nach ein paar Kilometern, weshalb ich es nicht eingesehen habe, dafuer so viel Geld zu bezahlen, zumal das Auto mich nur $1.100 gekostet hat.
Ich dachte, der Rauch sei vebrennendes Oel, da ich in Milford 2,5 Liter Oel nachgeschuettet habe, obwohl noch genuegend Oel vorhanden war, was allerdings damals nicht ersichtlich war.

Der Mechaniker wollte mir aber weissmachen, dass es verbrennende Kuehlfluessigkeit ist und das etwas im Motor undicht sei.
Man hat mir also jetzt eine neue Lichtmaschine eingebaut und einen gebrochenen Schlauch ersetzt und schon laeuft die Kiste wieder. Mittlerweile ist auch der Rauch verschwunden, wie ich es vermutet habe.
Seit Freitag sind wir "On The Road Again". Wir haben zunaechst noch Wein bei Felton Road gekauft und haben uns verabschiedet.
Von Cromwell sind wir dann in Richtung Westkueste (West Coast) aufgebrochen und haben unseren ersten Stopp in Bruce Bay eingelegt um unsere Sandwiches zu verzehren. Bruce Bay ist eine wunderschoene Bucht an der West Coast, das einzige Problem sind dort aber die Sandflies.
Es war bekannt, dass sie an der West Coast vermehrt auftreten, was allerdings in Bruce Bay los war ist kaum zu glauben.
Wir hatten zwar ein Insektenmittel und haben uns damit entsprechen eingecremt, was uns vor schlimmerem bewahrt hat, allerdings waren die Sandflies ueberall! Aum ganzen Koerper sassen mindesten 50 Sandflies und haben nach Blut gesucht, zum Glueck koennen sie nicht durch Jeans stechen!
Von Bruce Bay ging es dann weiter zum ersten Gletscher, der Fox Glacier! Wir wollten eigentlich zum Gletscher direkt laufen, allerdings war der Weg aufgrund von heftigen Regenfaellen in den letzten Tagen gesperrt, sodass wir einen anderen Track gelaufen sind, der uns zu einem Aussichtspunkt gefuehren sollte. Wir mussten auf diesem Track dann trotzdem durch einen eiskalten Fluss.
Woher ich weiss, dass er eiskalt war? Ich musste barfuss durch, da er anders nicht zu ueberwinden war, zumindest bis James eine Stelle gefunden hatte, wo man ihn in einem waghalsigen Manoever halbwegs trocken ueberqueren konnte.
Andrea war das aber alles zu viel und sie blieb im trockenen und wartete auf uns.
Wir haben uns dann beeilt und sind zum Aussichtspunkt gesprintet, da es schon langsam dunkel wurde.
Wirklich beeindrucken sah der Fox Glacier von diesem Aussichtspunkt nicht aus, aber immerhin. Nun ging es schnell zurueck, da wir noch ins 25 km entfernte Franz Josef wollten, wo der naechste Gletscher, der Franz Josef Glacier auf uns wartete.
Die Nacht habe wir dann nach etwa 380 km in Franz Josef verbracht und am naechsten Morgen ging es auf zum Gletscher. Bei diesem Gletscher konnten wir bis auf 100 m heran laufen und es war ein atemberaubender, fast schon majestaetischer Anblick, wie sich das Eis den Weg ins Tal bahnt. Der Gletscher schafft es immerhin fast 3m am Tag vorwaerts.
Vor einigen Monaten sind 2 Australier bei dem Versuch, dem Gletscher zu nahe zu kommen, von herabstuerzenden Eismassen erschlagen worden. Den gleichen Fehler wollten wir nicht machen und blieben somit hinter der Absperrung.
Leider konnte ich meine Bilder noch nicht hochladen, aber hier kann man wenigstens einen kleinen Eindruck vom Franz Josef Gletscher bekommen!
Von Franz Josef ging es dann nach 4 Stunden am Gletscher, weiter bis nach Greymouth, wo wir den Abend dann bei einer Monteith's Brauereibesichtigung haben ausklingen lassen.
Heute sind wir dann weiter nach Nelson gefahren, wo wir in Punakaiki an den Pencake Rocks vorbei gekommen sind. Felsformationen, die wie Pfannenkuchen aussehen.
Nach wieder ueber 300 km sind wir dann in Nelson angekommen, wo wir jetzt die Nacht verbringen werden. Nelson liegt ueberingens am oberen Ende der Suedinsel und eigentlich waere ich morgen bereit fuer die Faehre nach Wellington. Wir wollen morgen aber noch einige Weinfelder in Blenheim besuchen und dort ein paar Weine probieren. Danach fahre ich dann entweder mit den Beiden wieder nach Sueden, um den heissen Quellen in Hanmer Springs einen Besuch abzustatten, oder ich mache mich auf nach Picton, wo die Faehre zur Nordinsel ablegt. Ich habe mich noch nicht entschieden, was ich will, das werde ich wohl morgen ganz spontan entscheiden.
In genau einem Monat muss ich aber in Auckland sein, da ich meinen Flug nach Sydney erwischen muss, was ich hier im Blog noch garnicht erwaehnt habe. Ich werde im Juni naemlich fuer knapp 2 Wochen rueber nach Sydney fliegen und mich dort ein wenig umsehen. Am 18. Juni komme ich dann wieder in Auckland an, um dann am 20. Juni den Flieger nach Seoul zu bekommen.
Bemerkenswert ist uebrigens, dass es wahrend unserer ganzen Zeit an der Westkueste nicht einemal tagsueber geregnet hat. Wir hatten immer blauen Himmel, wo die Westkueste doch dafuer bekannt ist, dass es eigentlich immer regnet, schliesslich bekommt der Regenwald hier seine 6m Regen im Jahr ab. Aber wir mussten nach diesem Horro-Tag in Milford Sound ja auch mal Glueck haben, mit dem Wetter!
Ich hoffe, dass ich in den naechsten Tagen dann auch endlich die Bilder von Milford Sound und der Westkueste hochladen kann...
Wer sich der englischen Sprache maechtig fuehlt, dem sei der wirklich sehr unterhaltsame Blog von The Englishman, James ans Herz gelegt. Zum Blog gehts hier!

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